Lichtenberger Register

Die Berliner Register sind Dokumentationen von rassistisch, antisemitisch, lgbtiq*-feindlich, antiziganistisch, extrem rechts, rechtspopulistisch und anderen diskriminierend motivierten Vorfällen, die sich in den Berliner Stadtbezirken ereignen.

Seit 2006 existiert das Register im Bezirk Lichtenberg. Es wurde als zweites Register nach dem Pankower etabliert und ist bei der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke (pad gGmbH) angesiedelt.

Das Register wird aus Mitteln des “Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ finanziert. Die Zahlen werden zweimal im Jahr analysiert und in einer Auswertung zusammengefasst. Die Ergebnisse werden in verschiedenen bezirklichen Gremien vorgestellt und der lokalen Politik und Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die monatliche Chronik für Lichtenberg findet sich hier, genauso wie die Adressen unserer Anlaufstellen im Bezirk. Der aktuelle Jahresbericht für 2020 kann hier nachgelesen und heruntergeladen werden.

Der Halbjahresbericht für 2021 ist im August erschienen.

 

Hier eine gekürzte Version der Einleitung des Halbjahresberichts 2021:

397 Vorfälle im ersten Halbjahr 2021. Das sind beinahe so viele wie im gesamten Jahr 2020, in dem 421 Vorfälle gemeldet wurden. Darum stellt sich nun die Frage: Warum ist das so? Für den drastischen Anstieg der gemeldeten Vorfälle gibt es mehrere Gründe:

Der Wahlkampf beginnt. Das hat in diesem Jahr merklich die extreme Rechte aktiviert. Ein weiterer Grund für die drastische Zunahme der Meldungen ist die steigende Präsenz von Propaganda im Straßenbild. Alleine 358 der registrierten Vorfälle im ersten Halbjahr fallen in diese Kategorie, in der neben Aufklebern auch Plakate oder Schmierereien aufgenommen werden.

Zudem hat sich die Zählung der Propaganda-Vorfälle beim Lichtenberger Register im Jahr 2021 geändert. Ab Januar 2021 haben wir auch Vorfälle mit einem bis vier Aufklebern in die Chronik aufgenommen. Damit nähert sich das Lichtenberger Register der Zählung der meisten anderen bezirklichen Registerstellen an, bei denen auch einzelne Aufkleber dokumentiert werden. Zuvor hatten wir erst Stickerrouten ab fünf Aufklebern dokumentiert. Die neue Zählweise führt jedoch – gegenüber der Zählung in den letzten Jahren – auch zusätzlich zu einem Anstieg der dokumentierten Meldungen.

Corona als Thema der extrem rechten Propaganda: Extrem rechte Akteur_innen besetzen zunehmend die Kritik an den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. In die Chronik haben es 37 Vorfälle mit Corona-Bezug geschafft: die entweder von Organisationen der extremen Rechten herausgegeben wurden – oder aber in denen antisemitische oder NS-verharmlosende Inhalte in den Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie gebracht wurden. Im gesamten letzten Jahr zählten wir nur acht Meldungen mit Corona-Bezügen.

Zudem nimmt der Anteil an Aufkleber zu, die über extrem rechte Online-Versände vertreiben werden.

Zu guter Letzt gibt es in Lichtenberg viele engagierte Menschen, die extrem rechte und diskriminierende Propaganda aus dem Straßenbild entfernen und an das Register melden. Die Zahl dieser Engagierten steigt von Jahr zu Jahr. So wurden beispielweise aus Alt-Höhenschönhausen mehr Vorfälle gemeldet als im vergangenen Jahr. Viele Aktive und Melder_innen zusammen helfen dabei, extrem rechte oder diskriminierende Propaganda aus dem Straßenbild zu entfernen und das Dunkelfeld solcher Vorfälle weiter auszuleuchten.

 

Zur Meldung von Vorfällen sind wir via Email, Telefon und verschiedene Messenger erreichbar:

Michael Mallé und Sabrina Apicella

Mobil: 0176 – 16371635
Mail: register@licht-blicke.org

Hier gehts zur Facebook-Seite und dem Twitter-Account des Lichtenberger Registers:

facebook.com/lichtenbergerregister 

https://twitter.com/lichtenbergerr7