Lichtenberger Register

Die Berliner Register sind Dokumentationen von rassistisch, antisemitisch, lgbtiq-feindlich*, antiziganistisch, extrem rechts, rechtspopulistisch und anderen diskriminierend motivierten Vorfällen, die sich in den Berliner Stadtbezirken ereignen.

Seit 2006 existiert das Register im Bezirk Lichtenberg. Es wurde als zweites Register nach dem Pankower etabliert und ist bei der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke (pad gGmbH) angesiedelt.

Das Register wird aus Mitteln des “Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ finanziert. Die Zahlen werden am Ende des Jahres analysiert und in einer Auswertung zusammengefasst. Die Ergebnisse werden in verschiedenen bezirklichen Gremien vorgestellt und der lokalen Politik und Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die monatliche Chronik für Lichtenberg findet sich hier. Der aktuelle Jahresbericht für 2020 kann hier nachgelesen und heruntergeladen werden.

Aus der Einleitung:

Im Jahr 2020 verzeichnet das Lichtenberger Register einen Höchststand von 421 gemeldeten Vorfällen. Das sind über 60 Prozent mehr als 2019 (258 Vorfälle). Es sind auch mehr als im Jahr 2016, dem Höhepunkt der Mobilisierungen gegen Geflüchtete, in dem bis dato die meisten Vorfälle gemeldet worden waren (339 Vorfälle).

Dies ist eine bemerkenswerte Entwicklung, da im Zuge der Einschränkungen zur Pandemiebekämpfung seit März die Möglichkeiten für Veranstaltungen stark beschränkt waren und 2020 auch keine Wahlen stattfanden. Dennoch waren die Vorfallszahlen im gesamten Jahr anhaltend hoch, mit Spitzen in den Monaten Mai und Juni sowie Oktober und Dezember.

Die Registerzahlen zeigen insbesondere einen deutlichen Anstieg gesprühter und geklebter rassistischer und extrem rechter Propaganda, die sich von 150 im Jahr 2019 auf 340 2020 mehr als verdoppelt hat. Bei der Propaganda bleibt Rassismus wie schon im Vorjahr das wichtigste Motiv. Deutlich zugenommen haben jedoch Meldungen von NS-verherrlichender, rechts-selbstdarstellerischer und politische Gegner_innen diffamierender Propaganda. Die Corona-Pandemie hatte zudem Einfluss auf die Inhalte der extremen Rechten, so mehrten sich die Vorfälle rassistischer Äußerungen gegen Asiat_innen oder Verschwörungserzählungen.

Mit 25 Angriffen (2019: 28) und 43 Beleidigungen, Pöbeleien oder Bedrohungen (2019: 38) ist nach wie vor mindestens einmal die Woche eine Person im Bezirk von gewaltvoller Diskriminierung betroffen, meist mit rassistischem Motiv. Die Sachbeschädigungen haben mit fünf Meldungen abgenommen (2019: 13) und es wurden nur vier Veranstaltungen im Bezirk registriert (2019: 16).

 

Zur Meldung von Vorfällen sind wir via Email, Telefon und verschiedene Messenger erreichbar:

Michael Mallé und Sabrina Apicella

Mobil: 0176 – 16371635
Mail: register@licht-blicke.org

Hier gehts zur Facebook-Seite und dem Twitter-Account des Lichtenberger Registers:

facebook.com/lichtenbergerregister 

https://twitter.com/lichtenbergerr7