Erna und Gerda Segal, Hertha Gordon-Walcher, Gertrud Rosenmeyer, Rosa Kahn, Frieda Coppi, Brunhilde Prelle, Helene Scheffler, Käthe und Klara Tucholla und Käte Duncker waren widerständige Frauen, die auf unterschiedliche Weise gegen den Nationalsozialismus aktiv waren. Alle hatten sie auch einen Bezug zu Lichtenberg. Es waren insgesamt nicht viele Menschen, die sich gegen das NS-Regime stellten oder Verfolgte unterstützten. Dennoch gab es einen ungebrochenen Widerstand in Berlin und auch in Lichtenberg. Etwa ein Drittel der Widerständigen waren Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen. Ihre Aktivitäten waren breit und vielfältig. Ihre Geschichten sind jedoch oft wenig bekannt und an viele der Frauen wird öffentlich bislang nicht erinnert. Aus diesem Grund hat der Runde Tisch für Politische Bildung sich mit dem Widerstand von Frauen gegen den Nationalsozialismus in Lichtenberg beschäftigt und mit Orten, mit denen diese hier im Bezirk verbunden waren. Hier werden die Recherchen der Zeithistorikerin Trille-Schünke Bettinger (Antifaschistinnen aus Anstand & Netzwerk Frauentouren) mit Illustrationen von Fritzi Jarmatz (Visuelle Kommunikation & Ideenräume) veröffentlicht.
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Erna und Gerda Segal – Jüdinnen, Mutter und Tochter, lebten in Lichtenberg und überlebten versteckt in Berlin
Erna Segal 1899 (Wien, nach anderen Quellen in Polen), 15.08.1989 (Denver, USA)Gerda Segal 19.02.1924 (Wien) – 1923/24 (Israel) Wurden im NS als Jüdinnen verfolgt und versteckten sich ab 1943 an verschiedenen Orten in Berlin, unter anderem in der Gartenlaube von Wanda Feuerherm. Auf der Zeichnung sind Erna und Gerda Segal mit ihrem Mann/Vater Aaron […]
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Brunhilde „Hilde“ Prelle, Lichtenberger Arbeitersportlerin und Telefonistin
Brunhilde Prelle, geb. Zoschke, verheiratete Starck, 26. Oktober 1911 in Landsberg/Warthe (heutiges Polen) – 16.12.1984 in Ost-Berlin. Brunhilde Prelle wuchs in Lichtenberg auf und war wie ihr Bruder Hans Zoschke im Lichtenberger Arbeitersport aktiv. In der NS-Zeit leistete sie Widerstand in Lichtenberg zusammen mit Freundin:innen aus dem Arbeitersport. Auf der Zeichnung ist sie ganz […]
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Gertrud „Trude“ Rosenmeyer, Arbeiterin, Kommunistin, Gewerkschafterin
19. Oktober 1904 in Berlin – 16. September 1982 in Ost-Berlin Gertrud Rosenmeyer leistete von 1933 bis 1945 Widerstand in Berlin. Seit Beginn der 1950er war sie Leiterin der SED-Bezirksgruppe Lichtenberg, geriet aber immer wieder mit der offiziellen Parteilinie in Konflikt. Nach ihrem Tod wurde sie in der Grabanlage für Verfolgte des Nazi-Regimes in Lichtenberg […]
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„Ruchel“ Rosa Kahn, geb. Hütterer – Jüdin, Kommunistin, Arbeitersportlerin
Von Rosa Kahn ist bisher nur ein Foto zu finden, auf dem man ihre Gesichtszüge nur erahnen kann. Lebte bis 1933 im Archibaldweg (früher Ostbahnstraße) und leitete bis 1933 eine kommunistische Jugendgruppe. Vor der Verfolgung der Nazis floh sie Ende der 1930er ins Exil. Ihr Grab befindet sich im Pergolenweg auf dem Friedhof Friedrichsfelde. „Seit […]
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Hertha Gordon-Walcher, geb. Gordon – Jüdin, Revolutionärin, Sozialistin, Mitbegründerin der KPD, Aktivistin der proletarischen Frauenbewegung
9. August 1894 in Königsberg – 27. Dezember 1990 in Berlin Lebte ab 1946 bis zu ihrem Tod in Hohenschönhausen, ist bestattet in der Grabanlage Pergolenweg auf dem Friedhof Friedrichsfelde „Zwei Verbindungen bin ich eingegangen im Leben. Die zur Partei und die zu Jacob. Beide brachten mehr als genug Enttäuschung und Schmerz. Und beide waren […]
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Else Runge, geb. Hoffmann – Stenotypistin, Arbeitersportlerin, Kommunistin
11. Juli 1903 in Posen (Polen) – 10. August 1972 in Ost-Berlin Versteckte Verfolgte in ihrer Wohnung in der Junker-Jörg-Straße 16 und stellte ihre Wohnung für geheime Treffen zur Verfügung. „Ja, ich weiß genau, dass Martin (Franz Jacob) zu dieser Zeit Pfeife rauchte, denn sie fiel mir noch rechtzeitig ins Auge. Sein Aufenthalt bei uns […]
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Frieda Coppi, geb. Schoen – Schneiderin, Kommunistin, Betreiberin einer Eisdiele in Tegel
22. September 1884 in Berlin – 8. Februar 1962 in Lichtenberg Frieda Coppi betrieb eine Eisdiele in Tegel, die als geheimer Treffpunkt von Widerständigen diente. Seit Beginn der 1950er Jahre lebte sie mit ihrem Mann und Enkelsohn Hans Coppi in Karlshorst und arbeitete an der Hochschule für Ökonomie und Wirtschaft als Studentenbetreuerin. „Viele liebe […]
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Karlshorst: Frieda Coppi, Else Runge, Käte Duncker
In der heutigen Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) am Standort Treskowallee in Karlshorst befand sich von 1950 bis 1991 die Hochschule für Ökonomie Berlin (HfÖ). Von Beginn der 1950er Jahre arbeitete die Widerstandskämpferin Frieda Coppi hier als Studentenbetreuerin. Ihr Mann Robert arbeitete hier als Hausmeister. Mit ihrem Enkel Hans lebten sie in einer Dienstwohnung […]
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Kaskelkiez: Käthe Tucholla, Klara Tucholla, Helene Scheffler
Der Kaskelkiez war ein typisches Berliner Arbeiter:innenviertel. Hier lebten viele Vertreter:innen der Arbeiter:innenbewegung, darunter auch das Ehepaar Felix und Käthe Tucholla, geb. Scheffler (1910-1943). Beide wuchsen in dem Kiez auf und lernten sich über den Arbeitersportverein Fichte (ASV) kennen, in dem sie beide aktiv waren. Käthe Tucholla war leidenschaftliche Hockeyspielerin, Felix Tucholla spielte Fußball. Seit […]
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Junker-Jörg-Straße 16: Wohnort von Else Runge und Käte Duncker
Im Haus Junker-Jörg-Straße 16 lebte seit Mitte der 1930er Jahre die Kommunistin und Widerstandskämpferin Else Runge mit ihrem Mann und ihrer Tochter Hildegard. Hier versteckte sie Verfolgte, darunter den kommunistischen Widerstandskämpfer Franz Jacob aus Hamburg, der in Berlin untergetaucht war. Runge stellte ihre Wohnung auch für geheime Treffen von Widerstandskämpfer:innen zur Verfügung. Bis 1933 wohnten […]