An wen wollen wir erinnern? Recherchen

Karlshorst: Frieda Coppi, Else Runge, Käte Duncker

In der heutigen Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) am Standort Treskowallee in Karlshorst befand sich von 1950 bis 1991 die Hochschule für Ökonomie Berlin (HfÖ). Von Beginn der 1950er Jahre arbeitete die Widerstandskämpferin Frieda Coppi hier als Studentenbetreuerin. Ihr Mann Robert arbeitete hier als Hausmeister. Mit ihrem Enkel Hans lebten sie in einer Dienstwohnung im Gebäude. Hans Coppi Jr. besuchte die nahegelegene 2. Grundschule im Römerweg, die ab 1958 den Namen seines Vaters trug. Seit 1994 trägt das heutige Gymnasium den Namen von Hans und Hilde Coppi, geb. Rake.

Karlshorst war in der Weimarer Republik eher nationalkonservativ geprägt, was sich auch im Wahlverhalten ausdrückte. Damit stellte Karlshorst eine Ausnahme in Lichtenberg dar, in dem traditionell links gewählt wurde. Dennoch gab es auch hier Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Darunter waren auch Frauen wie Käte Duncker oder Else Runge, die beide im gleichen Haus in der Junker-Jörg-Straße lebten. Käte Duncker war kommunistische Politikerin und Aktivistin der proletarischen Frauenbewegung. Nach ihrem Ehemann Hermann Duncker, marxistischer Historiker, war von 1961 bis 1992 die Treskowallee benannt. Der Namensgeber Carl von Treskow war der Besitzer des Rittergutes und Schlosses Friedrichsfelde.

Junker-Jörg-Straße 16

 

Dieser Beitrag ist Teil des Projekts Widerständige Frauen gegen den Nationalsozialismus in Lichtenberg des Runden Tisches für Politische Bildung Lichtenberg in Kooperation mit der Zeithistorikerin Trille Schünke-Bettinger (Antifaschistinnen aus Anstand & Netzwerk Frauentouren) und Fritzi Jarmatz (Visuelle Kommunikation & Ideenräume). 

Text & Recherche: Trille Schünke-Bettinger

Grafik: Fritzi Jarmatz 

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