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Lichtblicke

Licht-Blitze Mai 2018

Liebe Leser_innen,

willkommen beim Mai-Newsletter der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke.
Diesen Monat haben wir Folgendes für Sie zusammengestellt:

1. Neues aus unserer Arbeit
2. Neues aus Bündnissen & Initiativen sowie Projekten
3. Schwerpunkt: Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie
4. Lichtenberger Register
5. Termine
6. Tipps & Empfehlungen

1. Neues aus unserer Arbeit

5. Berlinweiter Fachtag “Grenzenlos gestärkt in den Alltag”

Am 11. April nahmen mehr als 80 Fachkräfte am überbezirklichen Fachtag für Praktiker_innen aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und Straßensozialarbeit sowie aus der Verwaltung teil.
Die Kolleg_innen, darunter zahlreiche aus Lichtenberg, diskutierten über fachliche Ansätze der politischen Bildungsarbeit sowie informellen Bildung. Neben dem informativen Vortrag von Matti Traußneck (Universität Marburg), der die Schnittmengen von Rassismus und Antisemitismus sowie die Bedeutung ihrer Erkennung für die Bildungsarbeit hervorhob, setzten sich die Teilnehmenden in vier parallelen Workshops intensiv mit praktischen Ansätzen auseinander.
Dabei wurden Willkommensstrukturen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Partizipation und ihre Bedeutung für die informelle Alltagsbildung, das Konzept „Educación popular“ sowie die Arbeit zu Kinderrechten fachlich reflektiert. Im gemeinsamen Plenum wurde die Wichtigkeit der Demokratieentwicklung durch eine partizipative Jugendsozialarbeit unterstrichen, die angesichts der Wahlerfolge von rechtspopulistischen Parteien notwendiger denn je ist. Informelle Bildungsansätze müssen gestärkt werden, da Jugendfreizeiteinrichtungen wichtige Orte des Erlernens und Ausprobierens von demokratischen Gesellschaftsbildern und Aushandlungsprozessen sind.
Wir bedanken uns bei allen Referent_innen und Teilnehmenden für den anregenden und bestärkenden Tag!


Runder Tisch Politische Bildung hat die Arbeit aufgenommen

Nach der Konstituierung des Runden Tisches im März nahmen am 23. April zwei Arbeitsgruppen ihre Arbeit auf. Im kleinen Kreis werden hier konkrete Vorschläge für die weitere Arbeit des Runden Tisches erarbeitet.
Die AG „Leitbildprozess“ verständigte sich nach einer lebhaften Diskussion auf zentrale Werte und Thesen, die für die Politische Bildungsarbeit in Lichtenberg richtungweisend sein sollen. Diese werden in den folgenden Wochen weiter ausformuliert und sollen die Grundlage für Projekte und Angebote der Politischen Bildung bilden.
Die zweite AG diskutierte konkrete Handlungsschritte, mit denen beispielhaft neue Wege in der Politischen Bildungsarbeit in Lichtenberg ausprobiert werden. Als Klammer für die Umsetzung legte die AG die stärkere Nutzung digitaler Medien in der Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen fest. Bis Jahresende sollen konkrete Schritte umgesetzt werden. Beide AGs arbeiten bis zur nächsten Sitzung des Runden Tisches am 28. Juni weiter an ihren Projekten.

2. Neues aus Bündnissen & Initiativen sowie Projekten

Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz
Am 18. April hat das Bündnis in einer Presseerklärung Stellung genommen zu der Veranstaltung des rechten Flügels der AfD im Wartenberger Hof. Das Bündnis beobachtet “…mit Sorge, dass der völkische Teil der AfD, der in der Vergangenheit mit menschenverachtenden und geschichtsrevisionistischen Aussagen auf sich aufmerksam gemacht hat, offenbar ohne Probleme Orte für seine Propaganda-Veranstaltungen in Berlin finden kann.” Um so mehr wird die klare Haltung der stellvertretenden Bürgermeisterin Birgit Monteiro zu dem Vorfall begrüßt, die eine Nachbereitung mit dem Wirt angekündigt und die Veranstaltung als “Gift für Hohenschönhausen” bezeichnet hatte.
Wer die Arbeit des Bündnisses kennen lernen möchte, ist herzlich eingeladen beim Bündnisstand auf dem Bunte Platte Fest am 1. Mai vorbei zu kommen.

3. Schwerpunktthema

International Day against Homophobia, Transphobie and Biphobia

Diesen internationalen Aktionstag gibt es nun seit 13 Jahren immer am 17.Mai. Das Datum wurde in Erinnerung an den 17.Mai 1990 gewählt an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschlossen hatte, Homosexualität aus den möglichen Diagnoselisten für Krankheiten zu streichen. 28 Jahre später gibt es in Deutschland nun auch die Ehe für alle. Das zeigt, wie lohnswert das Engagement für gleiche Rechte für alle ist, aber auch wie langwierig und steinig. Homophobe und queerfeindliche Einstellungen sind nach wie vor weit verbreitet.
Anlässlich des Aktionstages wurde in Lichtenberg das Projekt “Raise your voice” ins Leben gerufen mit dem Ziel LSBTIQ*-Menschen im “Randbezirk Lichtenberg” sichtbar zu machen. Es gibt Konzerte, Workshops und Podiumsdiskussionen zwischen dem 3. und dem 31 Mai. Die Schirmpatenschaft hat Katrin Framke als Bezirksstadträtin für Jugend übernommen. Alle sind herzlich eingeladen!

4. Lichtenberger Register

Das Lichtenberger Register dokumentiert rassistisch, antisemitisch, lbgtiq-feindlich*, antiziganistisch, rechtsextrem, rechtspopulistisch und andere diskriminierend motivierten Vorfälle, die sich im Bezirk ereignen.

Im Monat April ereigneten sich zwei rassistische Übergriffe im Bezirk. Bei einem wurde ein Hund auf einen Mann gehetzt. Die Betreiber_innen eines Parteistandes in Hohenschönhausen wurden von mehreren Personen mit Hitlergruß und Beleidigungen bedrängt. An einer Veranstaltung des extrem rechten AfD-“Flügels” in Wartenberg nahmen etwa 200 Menschen teil. Die Redner_innen äußerten sich abwertend über Flüchtlinge und deren politische Unterstützer_innen.

Register gibt es in ganz Berlin >>> Berliner Register.

3. April 2018 Rassistischer Angriff in Neu-Hohenschönhausen

6. April 2018 NPD-Flugblätter in Lichtenberg-Nord

7. April 2018 NPD-Flyer in Lichtenberg

10. April 2018 Hitlergruß gegen Linke-Stand in Neu-Hohenschönhausen

11. April 2018 NS-Aufkleber im Weilingkiez

13. April 2018 Neonazi-Aufkleber am Fennpfuhl

14. April 2018 Neonazi-Aufkleber im Weitlingkiez

14. April 2018 Extrem-rechte AfD-Veranstaltung in Wartenberg

16. April 2018 “III. Weg”-Aufkleber im Weitlingkiez

19. April 2018 Diskriminierende Wortmeldungen und Anträge der AfD in der BVV

20. April 2018 Rassistischer Angriff in Lichtenberg-Mitte

25. April 2018 NPD-Zeitungen im Weitlingkiez

26. April 2018 Rassistische Beiträge auf der NPD-Facebookseite

5. Termine

VORTRAG
4.05.2018
UJZ Karlshorst
Anarchafeminismus

Was hat Feminismus mit Anarchismus zu tun? Der Vortrag geht darauf ein, was Anarchafeminismus eigentlich ist und wie er sich historisch entwickelt hat. Hat er noch eine Bedeutung im Alltag? Wir freuen uns außerdem darauf, mit euch zu diskutieren und etwas über eure eigenen Erfahrungen zu hören.
Ein Vortrag vom Anarchistischen Kollektiv Glitzerkatapult.

Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Hönower Str. 30, 10318 Berlin


VERANSTALTUNGSWOCHE
03. bis 09.05.2018
Bürgerverein Hohenschönhausen & Bezirksamt Lichtenberg
Lichtenberger Inklusionswoche
Die dritte Inklusionswoche biette ein vielseitiges Programm mit Vorträgen, Ausstellungen, Workshops, Theater und Diskussionsrunden. Die Woche möchte Möglochkeiten der begegnungen anbieten und Projekte vorstellen, die für ein inklusives Zusammenleben eintreten.
Zeit: 03. bis 09. Mai
Ort: unterschiedliche Orte im Bezirk, s.h. Programm


FACHTAG
14.05.2018
Alice Salomon Hochschule
Organize! Extreme Rechte und Rechtspopulismus im Rahmen sozialer Arbeit

Der Fachtag will die Strategien von extrem Rechten und Rechtspopulisten beleuchten und den Teilnehmenden Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der Sozialen Arbeit an die Hand geben.
Weitere Informationen und den Kontakt zur Anmeldung gibt es hier.

Zeit: 09:00 bis 17:00 Uhr
Ort:
Alice-Salomon-Platz 5, 12627 Berlin

GEDENKVERANSTALTUNG
16.05.2018
VVN-BdA
Erinnerung an Artur Becker
Artur Becker wohnte von 1929 bis 1933 in dem Haus in der Schlichtallee 1. Der Sohn, geboren 1905, einer Arbeiterfamilie engagierte sich gewerkschaftlich und war Mitglied der KPD. Einst erinnerte eine Tafel an dem Haus an ihn – für dessen Widerherstellung setzt sich der VVN-BdA ein.
Zeit: 15:00 Uhr
Ort: Schlichtallee 1, 10317 Berlin


VERANSTALTUNG
31.05.2018
Gangway e.V. & Licht-Blicke
Queer im Randbezirk
Ein abendliches Fachgespräch mit regisseur Axel Ranisch, dem Jugendnetzwerk Lambda e.V., Conny Hendrik Kempe-Schälicke (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie) moderiert von
Frauke Oppenberg (Moderatorin Radioeins, freie Journalistin).
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Café Maggie, Frankfurter Allee 205, 10365 Berlin


WORKSHOP
02. und 09.06. 2018
Kulturhilfhswerk e.V.
The Medium is the Message

Der zweitägige Theater-Workshop richtet sich an Frauen, die sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema Existenzgründung befassen. Am ersten Tag wird es um die eigene Geschichte gehen. Am zweiten Tag werden wir uns mit Unternehmerinnen aus dem Kaskel-Kiez austauschen. Am Ende steht ein Beitrag zur Schärfung des eigenen zukünftigen Unternehmerinnen-Profils.Informationen und Anmeldung unter: mail@misch-batterie.de
Zeit: jeweils 10:00 bis 16:00 Uhr
Ort: Museum Lichtenberg, Türschmidtstr. 24, 10317 Berlin

6. Tipps & Empfehlungen

FACHARTIKEL
Geschlechtsidentität: Neuer Name stärkt psychische Gesundheit
Der Artikel fasst eine Studie der Universität Texas zusammen, die zeigt, dass Selbstbestimmung und -wirksamkeit einen enormen Einfluss auf das Wohlergehen lsbt*i*q Jugendlichern haben. Schon der Gebrauch des selbst gewählten Namens ist mit einem Rückgang der Selbstmordgedanken um 29 % verbunden.

FACHARTIKEL
Weniger Muslime in Deutschland als vermutet
Laut einer Studie, die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung (DIW) in Auftrag gegeben wurde, leben weniger erwachsene Muslime hier als oft angenommen wird.

ERKLÄRUNG
Wachsam sein für Menschlichkeit
Mit einer aktuellen Erklärung beziehen Sozial- und Behindertenverbände klar Stellung zu Inhalten der AfD und sagen „Nein“ zu jeglicher Abwertung von Menschen mit Behinderung und Rassismus.

BERICHT
Antisemitische Vorfälle 2017 in Berlin
Die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat ihren Bericht für 2017 veröffentlicht. In Berlin wurden 947 antisemitische Vorfälle registriert. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der Erfassung 2015. Durchschnittlich wurden jeden Tag zwei bis drei antisemitische Vorfälle bekannt.


FÖRDERUNG
Aktionsfonds ViRaL

Mit dem Aktionsfonds sollen 10 Projekte in Deutschland mit je 5.000 € gefördert und begleitend unterstützt werden. Ab sofort können sich informelle Gruppen, Vereine oder Bündnisse bis zum 21. Juni 2018 bewerben, um sich mit ihrer Projektidee vor Ort für Vielfalt und gegen Rassismus einzusetzen. Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen unter: http://aktionsfonds-viral.de/

IMPRESSUM

Quellen: Bezirksamt Lichtenberg, Newsletter der Amadeu-Antonio-Stiftung, Newsletter des Anne Frank Zentrums, IDA-Newsletter, Newsletter der Fach- und Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus für Demokratie und Vielfalt [moskito], Berliner Register, Mobiles Beratungsteam Berlin für Demokratieentwicklung (MBT-Berlin), Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz e.V.), Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR), ReachOut, Newsletter der Rosa Luxemburg Stiftung (RLS); Newsletter von Kooperationsprojekten und Berliner Initiativen, etc.

Impressum / V.i.S.d.P.:
Andreas Wächter, pad gGmbH, präventive, altersübergreifende Dienste im sozialen Bereich
Kastanienallee 55, 12627 Berlin
http://www.pad-berlin.de

Copyright © 2018 All rights reserved
Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke Sewanstraße 43, 10319 Berlin
Telefon: 030 – 50 566 518 / mail@licht-blicke.org / www.licht-blicke.org

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