Aktuelles An wen wollen wir erinnern? Multi-Fobi Runder Tisch Politische Bildung

Bericht: Mutliplikator*innen-Fortbildung

Am 10.11.2025 wurden im SIBUZ Lichtenberg erstmals die Bildungsmaterialien „An wen wollen wir erinnern? Widerständige Frauen gegen den Nationalsozialismus in Lichtenberg und umkämpfte Erinnerung im öffentlichen Raum“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit einer Gruppe von Lehrkräften, historisch-politischen Bildner*innen und weiteren pädagogischen Fachkräften wurden die Materialien gemeinsam erprobt und Einsatzmöglichkeiten für die eigene pädagogische Arbeit erwogen.

Die Teilnehmenden verorteten sich selbst auf einer Karte von Lichtenberg, auf der auch antifaschistische Widerstandskämpferinnen und Straßennamen mit antisemitischen Bezügen in Lichtenberg verzeichnet sind und konnten sich so in Beziehung zu diesen setzen. 

In Kleingruppen beschäftigten sie sich anschließend je mit einer der Frauen, die im Bildungsmaterial porträtiert ist, oder mit Straßennamen mit antisemitischen Bezügen. Sie erhielten Informationen zu den Frauen und ihrem Umfeld, zu den unterschiedlichen Widerstandshandlungen der Frauen und historische Quellen, bzw. erhielten sie Informationen zu den Namensgebern der Straßennamen mit antisemitischen Bezügen, zur Geschichte der Benennung der Straßen und dazu, was an den aktuellen Namen als problematisch/antisemitisch angesehen werden kann. 

Die Kleingruppen teilten ihre Erkenntnisse abschließend im Plenum. Hierdurch kam ein spannender Austausch zustande. Wer ist erinnerungswürdig? Was wird als Widerstand angesehen? An wessen Erinnerung wird festgehalten, obwohl die Person mit rückschrittlichen gesellschaftlichen Ideen in Verbindung gebracht werden kann und wer bleibt hingegen im öffentlichen Raum unsichtbar? Wie könnte dies verändert werden?

Die Teilnehmenden betonten, dass das Bildungsmaterial sich durch eine hohe Qualität und Dichte auszeichnet. Sie unterstrichen, dass es Sinn macht, die Arbeit mit dem Material immer auf die konkrete Zielgruppe und den Kontext zuzuschneiden. So kann es wichtig sein, Arbeitsaufträge, Zeit oder Textumfang anzupassen. Auf diese Weise kann das Material in unterschiedlichen pädagogischen Kontexten mit Zielgruppen mit unterschiedlichen Bedarfen und Voraussetzungen genutzt werden. 

Die Veranstaltung ist Teil des Projekts Widerständige Frauen gegen den Nationalsozialismus in Lichtenberg des Runden Tisches für Politische Bildung Lichtenberg in Kooperation mit Fritzi Jarmatz (Visuelle Kommunikation & Ideenräume) und  Trille Schünke-Bettinger (Antifaschistinnen aus Anstand & Netzwerk Frauentouren).

 

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