Am 26. Juni 2026 wurde in Berlin-Malchow die neue Stele „Stille Helden“ für das Ehepaar Naujocks eingeweiht. Zahlreiche Interessierte nahmen trotz der sommerlichen Hitze an der Veranstaltung teil.
Die Stele erinnert an Martha und Paul Naujocks, die während der Zeit des Nationalsozialismus Zivilcourage bewiesen. Sie unterstützten die verfolgte Familie Weiß und trugen gemeinsam mit dem Malchower Dorfpolizisten Wilhelm Behr dazu bei, dass Regina Weiß und ihre Tochter Ellen überleben konnten.
Die ursprüngliche Stele war im Wartenberger Weg aufgestellt worden. In den vergangenen Jahren wurde sie jedoch mehrfach beschädigt und mit rassistischen Symbolen beschmiert. Der Arbeitskreis Stolpersteine entschied sich deshalb für eine Verlegung an einen besser geschützten Standort. Die neue Stele steht nun in der Dorfstraße 9 neben der bereits bestehenden Stele für Wilhelm Behr. Beide Erinnerungszeichen verweisen auf Menschen, die unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Diktatur Verantwortung übernahmen und Verfolgten Hilfe leisteten.
Die Einweihung wurde von Schülerinnen und Schülern der Schule Am Grünen Campus sowie von Conni Franz und Alex Baldauf mitgestaltet. Der Arbeitskreis Stolpersteine bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten für ihre Unterstützung. Ein besonderer Dank gilt Martin Schaefer sowie der Stadtteilkoordination Hohenschönhausen Nord und der Bürgerjury Dörfer, die die Umsetzung des Projekts mit Mitteln aus dem Kiezfonds ermöglicht haben.
Mit dem neuen Standort ist die Erinnerung an Martha und Paul Naujocks dauerhaft mit der an Wilhelm Behr verbunden. Die beiden Stelen erinnern an Menschen, die in einer Zeit von Verfolgung und Terror nicht wegsahen, sondern Verantwortung übernahmen und Verfolgten Hilfe gewährten. Sie stehen zugleich für den Auftrag, Zivilcourage und Menschlichkeit auch heute sichtbar zu machen.
Zur Entstung der Initiative „Stille Helden“ siehe einen älteren Beitrag von uns hier.
