
Mit großer Trauer haben wir vom Tod von Bianca Klose erfahren.
Ihr Verlust berührt uns tief. Über viele Jahre hinweg hat sie unsere Arbeit nicht nur begleitet, sondern auf besondere Weise mitgeprägt. Für uns war sie weit mehr als eine fachliche Partnerin – sie war eine verlässliche Weggefährtin, eine kluge Ratgeberin und ein Mensch, auf dessen Haltung und Unterstützung wir jederzeit zählen konnten.
Die Anfänge unserer bezirklichen Fach- und Netzwerkstellen fielen mit der Entstehung der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus zusammen. In dieser Zeit standen die Kolleg*innen in Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Pankow in engem Austausch mit Bianca Klose. Gerade in dieser frühen Phase war sie für unsere Arbeit eine wichtige Stütze und hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich unsere Strukturen entwickeln konnten.
Unsere gemeinsamen Debatten und unterschiedlichen Perspektiven auf die fachliche Arbeit haben trotz oder gerade wegen der Kontroversität unsere jeweilige Arbeit geschärft und weitergebracht.
In den oft herausfordernden Jahren unserer Arbeit gegen Rechtsextremismus war sie für uns ein wichtiger Anker. Sie hat zugehört, eingeordnet, ermutigt und Orientierung gegeben – mit einer Haltung, die uns geprägt hat und die wir nicht vergessen werden.
Besonders in den 2000er Jahren, als neue Erscheinungsformen der extremen Rechten in Berlin an Bedeutung gewannen, setzte sie sich unermüdlich für das fachliche und zivilgesellschaftliche Engagement gegen diese Bedrohungen ein und war verlässlich für uns da. Sie unterstützte uns dabei, gemeinsam mit Verwaltung, Zivilgesellschaft und Lokalpolitik, tragfähige Strategien für den lokalen Umgang zu entwickeln.
Auch bei der manchmal mühseligen Entwicklung von Kooperationsvereinbarungen zwischen Verwaltung und freien Trägern hat sie uns mit großem Engagement begleitet. Damit hat sie wichtige Voraussetzungen geschaffen, damit Bezirke an Bundesprogrammen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie teilnehmen konnten. In schwierigen Situationen, etwa bei Anfeindungen gegenüber Trägern, war sie persönlich präsent, suchte das Gespräch mit Verantwortlichen und gab Sicherheit und Rückhalt.
Viele von uns verbinden mit ihr persönliche Begegnungen, intensive Gespräche und gemeinsame Prozesse, in denen wir gerungen, diskutiert und gelernt haben. Auch wenn diese Wege nicht immer leicht waren, sind wir daran gewachsen. Dafür sind wir ihr von Herzen dankbar.
Wir verlieren mit Bianca Klose eine wichtige Begleiterin unserer Arbeit – und einen Menschen, der uns in Erinnerung bleiben wird.
Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen, ihren Freund*innen und ihren Kolleg*innen. Wir wünschen ihnen viel Kraft, Zusammenhalt und die Zeit, die sie für ihre Trauer brauchen.
Die Mitarbeitenden der Fach- und Netzwerkstellen:
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick
[moskito] Fach- und Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Vielfalt (Pankow)
Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke (Lichtenberg)